Heimtextil-Trends 2026: Zwischen Handwerk und KI
Das diesjährige Trendforum der Heimtextil "Craft is a verb" stand ganz unter dem Einfluss von KI, deren Einsatz auch in der Textilindustrie die wichtigste Neuerung darstellt.
Dabei wurde zunächst deutlich, dass KI kein eigenständiges Designtool ist, sondern lediglich als Sparringspartner im Entwicklungsprozess und als Ausführer automatisierter Aufgaben eingesetzt wird.
So können inzwischen z.B. mit KI-generierten Interior Design Tools innerhalb kürzester Zeit Raumdekorationen in verschiedenen Stilrichtungen simuliert werden. Für den Raumausstatter ein wertvolles Verkaufswerkzeug. Auch personalisierte Musterentwürfe sind heute digital machbar.
Studien haben indes erwiesen, wie stark die Zunahme digitaler Möglichkeiten unsere Sehnsucht nach dem Taktilen, Realen und Authentischen treibt. Das Handwerk wird also nicht ersetzt, sondern erlebt im Gegenteil ein Revival. Handgemachtes, Unregelmäßiges und Unvollkommenes erfährt eine neue Wertschätzung; "Fehler" werden zum neuen Pluspunkt!
Dieser Trend ist also keine nostalgische Rückkehr zur Tradition.
Es geht mehr um eine emotionale Nähe zum Produkt. Denn Heimtextilien begleiten uns in unserer alltäglichen Intimität zuhause und sind naturgemäß ganz nah an uns dran.
Der Weg zu diesem textilen Produkt ist nunmehr ein hybrider Prozess: Eine neue Welle von "Techno-Handwerkern" nutzt die menschliche Intuition, Erfahrung und die Intelligenz der Hand und paart sie mit dem überraschenden Zufallselement und der Schnelligkeit des Algorithmus.
Sogar innerhalb desselben Produktes können Manuelles und Digitales nebeneinander existieren. Hierin kann auch eine besondere Spannung liegen. Stoffe z.B. werden manuell hergestellt mit Ki-generiertem Muster oder umgekehrt.
Imperfektes und auch Dekoratives als Kontrapunkt zum rein Funktionalen gewinnen neue Bedeutung.
Selbst die Farbpalette spielt mit dem Kontrast von erdigen, natürlichen, bodenständigen Farben und plakativ-künstlichen Neon-Gegenspielern.
Wie unterstützt KI die Nachhaltigkeit?
Einen klaren Nutzen bietet KI in der Abfallminderung und Unterstützung der Kreislaufwirtschaft. Stoffverbräuche können besser ausgelastet werden, Mischfasern gemonitored und getrennt und damit recycelbar werden. Unternehmen können einfacher Trendakzeptanz ermitteln und dadurch Überproduktion vermeiden.
Meiner Einschätzung nach hat das Fachpublikum erstmal verhalten abwartend auf das Thema reagiert. Es war zwar verständlich, aber irgendwie (noch) nicht recht greifbar und weniger haptisch erlebbar als die Trendforen vergangener Jahre.
Sicher ist, dass uns neue Sehgewohnheiten erwarten!
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